Keeladi: Die Ausgrabung, die tamilische Geschichte neu erzählt

Keeladi (auch Keezhadi, கீழடி) ist ein kleines Dorf im Distrikt Sivaganga, rund 12 Kilometer südöstlich von Madurai am Fluss Vaigai. Seit 2015 graben Archäologen hier – zuerst der Archaeological Survey of India, später das Archäologie-Departement von Tamil Nadu. Was sie fanden, hat die Diskussion über die frühe tamilische Geschichte stark verändert.

Eine Stadt am Vaigai

Unter den Feldern kamen Mauern aus gebrannten Ziegeln, Ringbrunnen, Abwasserkanäle und Werkstätten zum Vorschein. Dazu Spinnwirtel, Perlen, Schmuck, Spielsteine und importierte Keramik. Das Bild: eine gut organisierte städtische Siedlung, die Handwerk und Handel betrieb – genau wie es die Sangam-Dichtung über die Städte am Vaigai beschreibt.

Schrift auf Tonscherben

Besonders bedeutend sind Tonscherben mit eingeritzten Namen in Tamil-Brahmi. Laut dem Bericht des Archäologie-Departements von 2019 datieren einige Fundschichten bis ins 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Das spricht dafür, dass Lesen und Schreiben in der tamilischen Gesellschaft früher und breiter verbreitet war als lange angenommen.

Ein Museum für alle

Seit 2023 zeigt das Keeladi-Museum direkt neben den Grabungsfeldern viele der Funde. Für Tamilen auf der ganzen Welt ist Keeladi zu einem Symbol geworden: Unsere Geschichte ist nicht nur in Gedichten überliefert – sie liegt auch in der Erde.

Verborgene Wurzeln, lebendige Kultur

Unser KEELADI-Motiv zeigt Ziegel, Brunnen und Tamil-Brahmi-Zeichen – eine Hommage an die Menschen, die vor über 2.000 Jahren am Vaigai lebten.

Zur Kollektion Tamilische Geschichte →

Zurück zum Journal